Vom Protest zum Widerstand – Von der Tragödie zur Farce

Der Frankfurter Flughafen wird ausgebaut, im Norden bei Kelsterbach wird Wald für eine weitere Landebahn gerodet, im Süden bei Walldorf werden nach dem bereits 2007 erfolgten Bau der A380-Halle neue Frachtflächen betoniert, wenig später ein riesiges drittes Terminal entstehen. Die Ausbaugegner geben Durchhalteparolen aus, dabei ist die Niederlage der Bürgerinitiativen und Anliegergemeinden absehbar total, nennenswerte Rücksichten auf andere als unmittelbar ökonomische Interessen haben weder die Planungsbehörden noch die Landesregierung, weder Fraport noch die Gerichte genommen. Der rechte Flügel der Bürgerinitiativen war nach dem Ende der juristischen Auseinandersetzungen kleinlaut geworden, wenn er auch nicht aufhörte, sich im Recht zu fühlen. Mit der Zahl der Instanzen wächst die Narrenfreiheit. Da das europäische Recht noch weniger bekannt ist als das deutsche, lässt sich umso besser von seinen wohltuenden Wirkungen träumen. Der linke Flügel bemühte sich unterdessen, seine Agitation zu radikalisieren, redete immer häufiger von Profit, Kapitalismus oder der totalen Verwertung. In blanker Panik griff man nach allem, was zur Hand war. Doch der Inhalt ging nach wie vor nicht über die Phrase hinaus. So wenig sie den Gegenstand trifft, so wenig erfolgreich ist die durch sie geleitete Praxis. Der Vorteil der auf diese Weise und durch den Polizeirummel wie Fliegen vom Licht Angelockten bestand darin, von gar nichts eine Ahnung gehabt zu haben. Sie landeten ohne Umwege bei den dümmsten populistischen Phrasen vom Wort- und Rechtsbruch durch Koch und Fraport und brachten ihre radikalen Fibelweisheiten unter die im Matsch hockenden Gitarren- und Tamburinspieler.
Sie ist total auch deshalb, weil sie die Vernichtung der Bewegung gegen die Startbahn 18 West besiegelt, zu deren Inhalten und Resultaten sie niemals ein kritisches Verhältnis einzunehmen verstanden. Zwischen Scylla und Charybdis, Dämonisierung und besinnungsloser Identifikation führte kein Weg hindurch. Anhand des Flughafenausbaus wird beeindruckend demonstriert, was Diktatur des Kapitals bedeutet, aber auch, dass Schläge auf den Kopf eben nicht die Einsichtsfähigkeit fördern, sondern höchstens den Blutdruck. Was zwischen 1977 und 1982 als Tragödie sich abspielte, wiederholte sich 2008 als Farce. Der Citoyen trat erneut dem Citoyen in Uniform, der Bourgeois dem Bourgeois in Nadelstreifen, die „Menschen der Region“ ihren eigenen, organisierten und von ihnen getrennten Gestalten gegenüber: Der ökonomischen und politischen Gewalt. Was aber damals als Naivität und berechtigte Illusion passieren konnte, ist heute vorsätzliche Realitätsverweigerung, was Mut und Aufrichtigkeit war, ist Verstocktheit und Verweigerung gedanklicher Reflexion geworden. Was den Linken unter den Bürgerinitiativen vorzuwerfen ist, ist nicht die erneute Niederlage, es ist die Tatsache, dass sie sich in keinem Augenblick darüber Rechenschaft ablegten, was ihre Aufgabe und was ihre Möglichkeiten waren. Dass sie mit 30 Jahren Widerstand gegen den Flughafenausbau, 30 Jahren Niederlage nicht mehr anzufangen wussten als weiter so. Da will isch am liebste glei wieder raus in de Wald, wenn isch des hör, dröhnte es 1999 auf einer Veranstaltung Frankfurter Autonomer zum Ausbauprojekt, in Gedanken bauten BI-ler schon wieder Hüttendörfer, wurde alte Unterstützer wieder ausgegraben: lebt denn der Udo Lindenberg noch? Während also die Linken das Wiederaufleben vergangener Tage herbeiträumten, der besten Tage ihres zunehmend überflüssigen Daseins, versteifte der rechte Flügel sich von Beginn an auf die Sackgasse der juristischen Auseinandersetzung, schuldig gewordene Romantik und Philistertum. Sie gefielen sich in Bilderproduktion, aktionistischem Budenzauber und Nadelstichaktionen, die gängige mediale Manipulationspraxis auf niedrigem Niveau bewusstlos nachahmend, die Menschen zur Manövriermasse machend und auf diese Weise bestätigend, dass man mehr als ein Schatten der Bewegung gegen die Startbahn 18West nicht zu sein wusste, in kleinbürgerlicher Kraftmeierei andererseits engagierte er „die besten Anwälte“, Gestalten, deren Denk- und Aktionsradius über die juristische Ideologie, bzw. den Gerichtsaal nicht hinausgeht und für deren große Auftritte Gerichte und Planungsbehörenden eigene Tagesordnungspunkte zu führen pflegen – TOP 2: Dampf ablassen. Gemeinsam produzierte und attestierte man die Entmündigung der vielen. Wer in die Gesichter sah, welche die ebenso eitlen wie wirkungslosen Auftritte dieser Stars begleiteten, der mag begreifen, wie weit der Weg aus dieser Entfremdung ist, deren vorerst letztes Produkt der Protestautomat ist, ein Computerprogramm, entsprungen den Träumen eines Rechtsanwalts, das Einwendungen gegen Großprojekte per Knopfdruck erstellt. Wie praktisch. (mehr…)

Frankfurter Würstchen

Kommentar zum Frankfurter Polit-Leichenumzug am 14. Januar

Zum besseren Verständnis: Alle eingerückten und kursiv gedruckten Stellen sind dem Aufruf der „autonomen antifa (f)“
entnommen. Der nicht eingerückte Text ist der Kommentar des „Freundeskreis Weltcommunismus“.

Alles muss man selber machen:
Sozialen Fortschritt erkämpfen – für den Kommunismus!

Die Forderung nach dem Absoluten, über das man absolut nichts zu sagen weiß. Der Kommunismus hierin als äußerliches Ding gesetzt, dem man beistimmt, zujubelt etc., und zwar selber. So tritt die Sehnsucht nach dem Kommunismus als Sehnsucht nach dem kommunistischen Staat hervor, der auch das noch für sie macht. Wo alle für den Kommunismus sind, ist niemand Kommunist. Sozialer Fortschritt ist die geniale Phrase derjenigen, die keine Ahnung haben, worin dieser bestehen könnte. Der Vorteil: Es ist schwer, jemanden aufzutreiben, der sich dem sozialen Fortschritt verweigern möchte – und schon ist ein grandioser Sieg errungen.

Aufruf der autonomen antifa[f]
 
„Die Zukunft kommt von allein, der Fortschritt nicht.“ (Lukács) 
Für den 14. Januar ruft ein breites Bündnis linker Gruppen und Initiativen in Frankfurt/Main zur einer Demo unter dem Motto „Alles muss man selber machen: sozialen Fortschritt erkämpfen“ auf. Vier Tage vor den hessischen Landtagswahlen wollen wir damit ein klares Signal setzen: Weder sind wir den gesellschaftlichen Entwicklungen ohnmächtig ausgeliefert, noch reicht es, alle Jubeljahre zur Wahl zu gehen in der Hoffnung, „die da oben“ mögen es schon richten. Ganz im Gegenteil musste bisher noch jeder soziale Fortschritt von einer außerparlamentarischen Linken erkämpft werden.

Es reicht nicht heißt: Geht zur Wahl, begleitet aber das parlamentarische Gewese mit Protesten. Diese sorgen dann dafür, dass der „soziale Fortschritt“ vom Parlament beschlossen wird. Mitmachtheater wie in der Rocky Horror Picture Show, wo das debile Publikum auf´s Stichwort Sachen auf die Bühne wirft und krakeelt. Wo noch drückt der Schuh? Die Wahl findet alle Jubeljahre statt, also zu selten. Eine Kritik des Parlamentarismus, die wirklich wieder mal auf´s Ganze geht.

(mehr…)

Israels Offensive im Gazastreifen

„Überall führt der Weg zum Communismus über einen
Angriffs- und Verteidigungspakt mit der Wahrheit.“

Aus aktuellem Anlass und angesichts der dumm-dreisten bis wahnhaften
Lügen über die israelische Militäroffensive in Gaza folgender Link:

www.hagalil.com

Wir sind uns bewusst, dass nur der kleinste Teil der „Friedens“freunde
sich durch Argumente von seiner antisemitischen Alltagsreligion abbringen lassen wird.